19.01.2021


Übergangsregelung zum „Messkonzept“ wird um ein Jahr verlängert

Quelle: GUTcert

 

Das lange angekündigte Messkonzept nach EEG 2021 wurde nun vom Gesetzgeber auf 2022 verschoben

Am 17. Dezember 2020 hat der Bundestag das EEG 2021 verabschiedet. Einige Neuregelungen sind bereits Anfang 2021 in Kraft getreten. Mit der EEG-Novelle kommen jedoch auch wichtige Änderung: die Frist für die Erstellung eines „Messkonzepts“ wurde um ein Jahr verlängert.

 

Besonders interessant ist das für Unternehmen, die derzeit versuchen, die Forderungen nach eichrechtskonformen Abgrenzungen von Drittstrommengen und den zugehörigen Messplänen zu erarbeiten, die zum 1.Januar 2021 finalisiert sein sollten. Es ist ein wichtiger Zeitgewinn für alle, die aus Zeit- oder Kostengründen das Messkonzept noch nicht fertig gestellt haben oder denen die Frist gar nicht bewusst war.

 

Wer ist von der Messpflicht betroffen?

Bisher hätten Unternehmen mit einer Begrenzung der EEG-Umlage (bspw. durch die Besondere Ausgleichsregelung), mit Stromerzeugungsanlagen in der Eigenversorgung nach EEG oder anderen Stromsteuerprivilegien bis zum 1.Januar 2021 ein Konzept zur Erfassung und Abgrenzung umlagepflichtiger Strommengen erstellen und umsetzen müssen, um ihre Umlageprivilegien für die Vergangenheit und die Zukunft nicht zu gefährden.

Nur im Zuge einer Härtefallregelung hätten Strommengen geschätzt werden dürfen.

 

Ab wann gilt die Messpflicht?

Mit der Verabschiedung der aktuellen EEG-Novelle (EEG-2021) und der geänderten Übergangsregelung im § 104 Absatz 10 EEG 2021 wurde die Schätzmöglichkeit bei der Abgrenzung von Drittstrommengen um ein Jahr bis Ende 2021 verlängert.

Das Messen wird also erst zukünftig verpflichtend und die Beweislast liegt beim Unternehmen. Die Messung muss mit einer mess- und eichrechtskonformen Messeinrichtung erfolgen. In vielen Fällen ist zudem eine viertelstundenscharfe Messung verpflichtend. Alle betroffenen Unternehmen müssen das Messkonzept nach den Vorgaben der §§ 62a und 62b EEG bis zum 1. Januar 2022 erstellen und umsetzen.

 

Das am 8. Oktober 2020 veröffentlichte Hilfspapier der Bundesnetzagentur finden Sie im Leitfaden- Messen und Schätzen.



14.01.2021


KWK-Eigenversorgungsanlagen zwischen 1 und 10 MW müssen EEG-Umlage nachzahlen

Quelle: DIHK

 

EU beharrt auf Überförderung

Zu den KWK-Anlagen mit einer elektrischen Leistung zwischen 1 und 10 MW, die ganz oder teilweise zur Eigenversorgung genutzt werden, gab es eine Einigung mit der EU.

Die Rahmenbedingungen werden auch ohne die Regelungen des Brennstoffemissionshandelsgesetzes deutlich schlechter.

Zudem müssen sich die Betriebe auf Nachzahlungen einstellen.

 

Konkret sieht die Regelung für die Vergangenheit wie folgt aus (§ 61d EEG 2021): 

 

  • Für 2018 müssen für die ersten 3.500 Vollbenutzungsstunden (vbh) zur Eigenversorgung nur 40 Prozent der EEG-Umlage bezahlt werden, wenn die Anlage zwischen dem 1. August 2014 und dem 31.12.2017 erstmals zur Eigenversorgung genutzt wurde. 
  • Für 2019 müssen für die ersten 3.500 vbh zur Eigenversorgung nur 40 Prozent der EEG-Umlage bezahlt werden, wenn die Anlage 2016 oder 2017 erstmals zur Eigenversorgung genutzt wurde.
  • Für 2020 müssen für die ersten 3.500 vbh zur Eigenversorgung nur 40 Prozent der EEG-Umlage bezahlt werden, wenn die Anlage 2017 erstmals zur Eigenversorgung genutzt wurde.

 

Unter diesen Rahmenbedingungen zu wenig gezahlte EEG-Umlage wird von den Netzbetreibern mit der nächsten Umlagenabrechnung zurückgefordert (Nachzahlung).  

 

Ansonsten gilt ab 2021 einheitlich folgende Regelung:

 

  • Die EEG-Umlage wird für die ersten 3.500 vbh auf 40 Prozent der EEG-Umlage begrenzt.
  • Ab der 3.501 vbh müssen 160 Prozent EEG-Umlage gezahlt werden, sodass bei 7.000 vbh die volle Umlage anfällt.
  • Höher als 100 % wird die EEG-Umlage für über 7.000 vbh hinausgehende vbh nicht.

 

Die Regelung gilt nicht für Anlagen, die zu einem Unternehmen einer Branche nach Anhang 4 Liste 1 EEG 2021 gehören. (Bo)

 

 

14.01.2021 


Zahlreiche Änderungen am KWKG

Quelle: DIH

 

Beihilferechtliche Genehmigung liegt vor

Kurzfristig wurde mit der EEG-Novelle auch das KWKG umfangreich geändert. Dies geht auf die beihilferechtliche Einigung mit der EU zurück. Das Gesetz ist in seiner jetzigen Form bis Ende 2026 notifiziert.

Angestrebt war von der Bundesregierung, bis 2029 Rechtssicherheit für Investoren und Betreiber zu schaffen. Gleichzeitig bleibt die Bundesregierung bei ihrer Auffassung, dass das Gesetz keine Beihilfe darstellt.

 

Für einzelne Punkte liegt auch jetzt keine beihilferechtliche Genehmigung vor.

 

Folgende Punkte wurden geändert:

 

Die Schwelle für die verpflichtende Teilnahme an Ausschreibungen wird von 1 MW auf 500 kW abgesenkt.

Anlagenbetreiber, die für ihren eingespeisten Strom eine Vergütung in Anspruch nehmen wollen, müssen daher an der Ausschreibung teilnehmen.

Eigenverbrauch ist weiterhin ausgeschlossen, der gesamte Strom muss in ein Netz der allgemeinen Versorgung eingespeist werden.

 

Bisher konnten auch Anlagen mit einer elektrischen Leistung bis 50 MW mit einem Leistungsanteil von maximal 10 MW an den Ausschreibungen für innovative KWK-System (iKWK) teilnehmen. Nun ist die Teilnahme auf Anlagen bis 10 MW beschränkt. Der Bonus für innovative erneuerbare Wärme nach § 7a gilt nur noch für Anlagen über 10 MW elektrischer Leistung. Zugleich prüft die Bundesregierung, ob dieser Bonus künftig nicht nur noch über Ausschreibungen vergeben werden darf. 

 

KWK-Anlagen, die unter das Europäische Emissionshandelssystem (ETS) fallen, erhielten bisher einen Zuschlag. Dieser wird für neue bzw. modernisierte Anlagen ab 2021 nun mit Blick auf das Brennstoffemissionshandelsgesetz gestrichen, das eine solche Regelung für Nicht-ETS-Anlagen nicht vorsieht. Gleichzeitig wird die Grundvergütung für neue und modernisierte KWK-Anlagen ab 2 MW um 0,3 Cent/kWh erhöht. Nachgerüstete Anlagen sind davon ausgeschlossen. Da Anlagen bis 50 MW in die Ausschreibung müssen, greift die Erhöhung der Grundvergütung faktisch erst bei größeren Anlagen. 

 

Eine Erhöhung der Grundvergütung für Anlagen über 50 MW um 0,5 Cent/kWh kann ab 2023 für neue Anlagen kommen. Modernisierte und nachgerüstete Anlagen sind in jedem Fall davon ausgenommen. Die Bundesregierung muss die Angemessenheit der Erhöhung prüfen und zu dem Ergebnis kommen, dass dadurch keine Überförderung entsteht. Das Ergebnis der Prüfung muss im Bundesanzeiger veröffentlicht werden. 

 

Der Bonus für elektrische Wärmeerzeuger wird ebenfalls angepasst

Erstens wird die Beschränkung auf die Südregion aufgehoben und damit der territoriale Anwendungsbereich auf ganz Deutschland ausgedehnt.

Zweitens werden die technischen Anforderungen dahingehend abgesenkt, dass die Anlagen künftig nur noch mindestens 30 statt, wie bislang, 80 Prozent der Wärmeleistung mit einem mit der Anlage verbundenen elektrischen Wärmeerzeuger generieren können müssen.

Drittens wird die Förderung nur für KWK-Anlagen gewährt, die nach dem 31. Dezember 2024 in Dauerbetrieb genommen werden. Dadurch soll verhindert werden, dass durch den Zubau elektrischer Wärmeerzeuger als Stromverbraucher an netztechnisch ungünstigen Stellen ggf. aktuell bestehende temporäre Netzengpässe verschärft werden könnten.


Mit der Europäischen Kommission konnte bislang keine Verständigung über die beihilferechtliche Genehmigung der Vorschrift erzielt werden. 

 

Der Südbonus wird ersatzlos gestrichen.

 

Beim Kohleersatzbonus wird eine klarere Abgrenzung von den Stilllegungsauktionen für Steinkohlekraftwerke und kleinere Braunkohleanlagen eingeführt. Liegt die elektrische KWK-Leistung einer Anlage bei weniger als 10 Prozent der elektrischen Gesamtleistung, kann der Kohleersatzbonus nicht in Anspruch genommen werden. Zudem kann der Kohleersatzbonus nicht in Anspruch genommen werden, wenn eine Anlage ein Gebot im Rahmen der Stilllegungsauktionen ab dem 1. Juni 2021 abgibt. Dies gilt unabhängig davon, ob das Gebot einen Zuschlag erhalten hat. Zudem wird der Kohleersatzbonus für Anlagen, die zwischen 1975 und 1984 in Betrieb gingen, abgesenkt. 

 

Anlagen ab 300 MW müssen künftig wieder eine Einzelnotifizierung durchlaufen. 

 

Bei Wärmenetzen und -speichern wird künftig differenziert zwischen der Inbetriebnahme bis Ende 2026 und der Inbetriebnahme bis Ende 2029. Die Förderung für letztere steht unter einem Genehmigungsvorbehalt, wie die gesamte

Verlängerung des KWKG.

 

Regelungen für die Begrenzung der KWK-Umlage und der Offshore-Umlage für die Herstellung von Wasserstoff werden analog zum EEG aufgenommen. 

 

Auch an der KWK-Ausschreibungsverordnung wurden Änderungen vorgenommen

Wie bei den EE-Ausschreibungen wird auch bei den KWK-Ausschreibungen ein Mechanismus eingeführt, um dauerhafte Unterzeichnungen zu verhindern. Wenn zwei Ausschreibungsrunden in Folge unterzeichnet sind, wird auf den Durchschnittswert der jeweiligen Gebotsmengen in den vorangegangenen, unterzeichneten Ausschreibungen reduziert und ein weiterer Abschlag von 10 Prozent vorgenommen. 

 

Kommt es in zwei aufeinanderfolgenden Auktionen zu einer Überzeichnung, wird das Volumen aus den unterzeichneten Runden wieder aufgeschlagen. Die Erhöhung darf 10 Prozent aber nicht überschreiten. (Bo, tb)



12.01.2021


Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) ab 01.01.2021

 

Mit der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) wird die energetische Gebäudeförderung des Bundes neu aufgesetzt bzw. werden hiermit mehrere Einzelprogramme zusammengeführt.


Die BEG ersetzt die bestehenden Programme zur Förderung von Energieeffizienz und Erneuerbaren Energien im Gebäudebereich – darunter das CO2-Gebäudesanierungsprogramm (Programme Energieeffizient Bauen und Sanieren), das Programm zur Heizungsoptimierung (HZO), das Anreizprogramm Energieeffizienz (APEE) und das Marktanreizprogramm zur Nutzung Erneuerbarer Energien im Wärmemarkt (MAP).


Die BEG ist in eine Grundstruktur mit drei Teilprogrammen aufgeteilt:


  1. Bundesförderung für effiziente Gebäude – Wohngebäude (BEG WG)
  2. Bundesförderung für effiziente Gebäude – Nichtwohngebäude (BEG NWG)
  3. Bundesförderung für effiziente Gebäude – Einzelmaßnahmen (BEG EM)


Die BEG EM ist im Januar 2021 in der Zuschussvariante beim BAFA gestartet.


Die BEG NWG und BEG WG (Zuschuss- und Kreditvariante) sowie die BEG EM in der Kreditvariante sind zur Durchführung durch die KfW ab 1. Juli 2021 geplant.

Ab 2023 erfolgt die Förderung in jedem Fördertatbestand wahlweise als direkter Investitionszuschuss des BAFA oder als zinsverbilligter Förderkredit mit Tilgungszuschuss der KfW.

 

Für viele Unternehmen, Kommunen und Organisationen dürfte die Bundesförderung für effiziente Gebäude – Einzelmaßnahmen (BEG EM) für Bestandsgebäude sehr interessant und attraktiv sein. Neben den bisher bereits bekannten Förderungen in den o.g. Programmen (MAP, HZO, etc.) sind weitere Einzelmaßnahmen bei Nichtwohngebäuden wie z.B. Maßnahmen an der Gebäudehülle, RLT-Anlagen und Beleuchtung hinzu gekommen. Für diese Maßnahmen gibt es nun einen Investitionszuschuss von 20% der förderfähigen Kosten. Bisher waren für diese Maßnahmen nur Tilgungszuschüsse im Rahmen eines KfW-Kredits möglich. Nun besteht die Wahl zwischen reinem Investitionszuschuss oder einem KfW-Kredit mit Tilgungszuschuss.

 

Sprechen Sie uns an - wir beraten Sie gerne !!!

 

  

12.01.2021 


EEG Novelle 2021

 

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz wurde umfassend überarbeitet und am 17.12.2020 im Bundestag verabschiedet. Es ist am 01.01.2021 in Kraft getreten.Neben den langerwarteten Regelungen zur Zukunft von über 20 Jahre alten EEG-Anlagen enthält das Gesetz eine Reihe von Regelungen, welche die weitere Marktintegration der erneuerbaren Energien anreizen sollen. So wird z.B. der Eigenverbrauch für Anlagen bis 30 kW Leistung von der EEG-Umlage befreit (bisher bis 10 kW).

 

In diesem Zusammenhang, möchten wir auf einen Fachbeitrag der Energieagentur.NRW verweisen, der einen guten und verständlichen Überblick über die wesentlichen Änderungen gibt.


| Fachbeitrag | EEG 2021: Die wichtigsten Änderungen - Blog ErneuerbareEnergien.NRW (energieagentur.nrw)

 

 

08.01.2021


Säumigen Betreibern droht EEG-Auszahlungsstopp

Quelle: Energate

 

Eine versäumte Registrierung im Marktstammdatenregister wird für viele Anlagenbetreiber ab Februar zu einem vorläufigen Auszahlungsstopp der EEG-Vergütungen führen. Aktuellen Hochrechnungen zufolge könnten etwa 130.000 Anlagen betroffen sein, teilte die Bundesnetzagentur. Sie erinnerte erneut daran, dass bis Ende Januar alle Bestandsanlagen des Energiemarktes in dem Register registriert sein müssen. Ansonsten seien die Netzbetreiber angewiesen, die Fördergelder nach dem EEG oder auch nach dem KWKG nicht weiter auszuzahlen.

Das Marktstammdatenregister soll als zentrales Register des Energiemarktes dienen und einzelne Melderegister für Anlagentypen ersetzen und zusammenführen. Die Bundesnetzagentur hat das Register im Februar 2019 eingeführt, seitdem hatten Betreiber von Bestandsanlagen zwei Jahre Zeit, ihre Daten dort zu hinterlegen. Die Bundesnetzagentur betonte, dass die Registrierungspflicht für alle Akteure des Strom- und Gasmarktes gilt. Ihren Angaben zufolge fehlen noch insgesamt etwa 350.000 Registrierungen, zugleich verzeichnet die Behörde aufgrund der nahenden Frist eine "erhöhte Nachfrage". Diese könne wiederum zu einer verzögerten Bearbeitung von Anfragen führen. /rb

 

Sprechen Sie uns an – wir unterstützen Sie gerne bei der Registrierung !!!



07.01 2021


BEG: Was die Bundesförderung für effiziente Gebäude an Neuem bringt

Quelle: GEB

 

Die Bundesförderung für energieeffiziente Gebäude (BEG) startet am 1. Januar 2021:


Ab dem 1. Januar 2021 gilt die neue Bundesförderung für effiziente Gebäude – vorerst ausschließlich für energetische Einzelmaßnahmen in bestehenden Gebäuden. Wie und ab wann energetische Gesamtmaßnahmen im Neu- und Altbau künftig finanziell unterstützt werden, darauf weist das Informationsprogramm Zukunft Altbau hin.

 

Die Förderung der Einzelmaßnahmen in der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) steht bereits fest. Sie wird Ende des Jahres 2020 im Bundesanzeiger veröffentlicht. Bei der Effizienzhaus-Sanierungsförderung sind für den Sommer 2021 folgende Änderungen angekündigt: Die Förderstufe Effizienzhaus 115 fällt weg. Die Stufen Effizienzhaus 100, 85, 70 und 55 bestehen weiter. Die Förderung liegt zwischen 27,5 und 40 Prozent Tilgungszuschuss.

Neu wird das Effizienzhaus 40 für Sanierungen kommen mit einem Zuschuss von 45 Prozent.

 

Zwei neue Zuschläge machen umfassende energetische Sanierung attraktiv:

Hinzu kommen künftig zwei mögliche Zuschläge, die EE-Effizienzklasse und der auch bei den Einzelmaßnahmen eingeführte Bonus für einen individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP). Wer erneuerbare Energien nach der Sanierung

nutzt, erhält fünf Prozentpunkte mehr Fördergeld. Damit soll das bisherige Marktanreizprogramm der BAFA für erneuerbare Energien bei Gesamtsanierungen kompensiert werden.

Der iSFP-Bonus beträgt bei der Effizienzhaus-Sanierung ebenfalls fünf Prozentpunkte. Bedingung ist, dass der iSFP mit der umfassenden Sanierung vollständig umgesetzt wird und mindestens die dort als Ziel definierte Effizienzhaus-Stufe erreicht.

 

Bei der EE-Effizienzhausklasse erhöhen sich zudem die förderfähigen Kosten von 120.000 auf bis zu 150.000 Euro pro Wohneinheit. „Wer bisher für ein KfW-Effizienzhaus 55 einen Zuschuss von 40 Prozent und bis zu 48.000

Tilgungszuschuss bekommen hat, erhält nun einen Zuschuss von 55 Prozent und bis zu 82.500 Euro, wenn der Standard Effizienzhaus 40 mit beiden Zuschlägen, der EE-Effizienzhausklasse und dem iSFP-Bonus, erreicht wird.

 

Ab 2021 gilt bei den Zuschüssen eine verbesserte Einzelmaßnahmenförderung:

Das BEG integriert insgesamt zehn BAFA- und KfW-Förderprogramme ganz oder teilweise. Bereits im Januar 2021 erfolgt die Neuordnung der Einzelmaßnahmenförderung. Wer sich dafür interessiert, kann wie bisher zwischen einem

Zuschuss und einem Kredit mit Tilgungszuschuss wählen.

Die neue Kreditvariante wird erst ab dem 1. Juli 2021 zur Verfügung stehen. Bis dahin gelten die alten Förderregeln der KfW.

 

Die am 1. Januar 2020 eingeführten Zuschüsse für Einzelmaßnahmen ändern sich nicht. Wer jedoch künftig eine geförderte Gebäudeenergieberatung inklusive eines iSFP für Wohngebäude durchführen lässt oder bereits einen vom Bund geförderten Sanierungsfahrplan vorliegen hat und eine Maßnahme daraus realisiert, bekommt einen Förderbonus von fünf Prozentpunkten bei der Umsetzung.

Die Gebäudeenergieberatung als Einstieg in die Sanierung wird dadurch nochmal deutlich attraktiver. 

 

Wer mit einer Biomasseheizung oder einer Wärmepumpe den alten Ölkessel ersetzt, erhält vom Staat 50 anstatt 45 Prozent der Investitionskosten gezahlt.

 

Für eine Erdgas-Hybridheizung mit einem erneuerbaren Anteil von mindestens einem Viertel steigt der Investitionszuschuss von 40 auf 45 Prozent, wenn eine Ölheizung ausgetauscht wird.

 

Dämmmaßnahmen an Fassade, Dach und Kellerdecke, neue Fenster sowie Lüftungsanlagen inklusive Wärme- und Kälterückgewinnung erhalten 20 Prozent Zuschuss. Mit dem iSFP-Bonus gibt es 25 Prozent. Die Obergrenze bei

den förderfähigen Kosten wurde von 50.000 Euro auf 60.000 Euro erhöht.

 

Die Einzelmaßnahmen lassen sich über mehrere aufeinander folgende Jahre hinweg beantragen.

Auch der iSFP-Bonus kommt jedes Mal erneut zum Zuge.

Es muss jedoch eine Verbesserung der energetischen Qualität erfolgen, sonst gibt es kein Geld.

 

Um Missbrauch vorzubeugen, solle es künftig – auch bei den Einzelmaßnahmen – verstärkte Kontrollen vor Ort geben. 

Antragsberechtigt sind neben Eigentümern auch Contractoren, Mieter und Pächter. Sie benötigen für den Antrag eine schriftliche Erlaubnis des Eigentümers.

 

Auch für Baubegleitung gibt es mehr Geld:

Die Baubegleitung durch eine Expertin oder einen Experten berechtigt ebenfalls zu mehr Fördergeld. Für eine qualifizierte Baubegleitung gewährt der Staat bislang Zuschüsse in Höhe von 50 Prozent der Kosten, bis zu 4.000 Euro pro Vorhaben. Dieser Betrag steigt nun bei Ein- und Zweifamilienhäusern auf maximal 5.000 Euro, bei Mehrfamilienhäusern auf bis zu 2.000 Euro pro Wohneinheit, insgesamt auf 20.000 Euro. Der Zuschuss wird zusätzlich zu den Geldern der anderen Sanierungsmaßnahmen gewährt.

 

Für die Einzelmaßnahmen nimmt künftig das BAFA die Anträge für Zuschüsse an, die KfW ab 1. Juli 2021 die Anträge für Kredite. Für die ab dem Juli startende BEG-Zuschuss- und Kreditförderung für Gesamtsanierungen, die sogenannte Effizienzhaus-Förderung, bleibt ausschließlich die KfW zuständig. Bis dahin gelten für Gesamtsanierungen die alten KfW-Förderregeln.

 

Ab 2023 soll das BAFA alle Zuschussanträge bearbeiten und die KfW für alle Kreditvarianten zuständig sein. Quelle: Zukunft Altbau / jb

 

 

Januar 2021


Aktuelle Informationen zu Umlagen und Netzentgelten für 2021

 

Für 2021 sind dieses die bereits veröffentlichen Umlagen und Abgaben:

 

Dazu gehört die Deckelung der EEG-Umlage auf 6,5000 ct/kWh für 2021.

Die Offshore-Netzumlage sinkt von 0,4160 ct/kWh auf 0,3950 ct/kWh.

Die KWK-Umlage steigt von 0,2260 ct/kWh auf 0,2540 ct/kWh.

Die §19-NEV-Umlage erhöht sich ebenfalls von 0,3580 ct/kWh auf 0,4320 ct/kWh.

Die Umlage für abschaltbare Lasten steigt um 0,0020 ct/kWh auf 0,0090 ct/kWh.

 

Die Netzentgelte erhöhen sich für leistungsgemessene Kunden durchschnittlich um ca. 0,7 % in Abhängigkeit der Spannungsebene und der Leistung.



06.04.2020


Interesse an digitalen Ausschreibungen wächst
Quelle: Energate


Wegen des Preisverfalls im Großhandel angesichts der Coronapandemie greifen Unternehmen offenbar bei der Energiebeschaffung vermehrt auf digitale Ausschreibungen zurück.
Nach Angaben des Hamburger Beschaffungsdienstleisters Enportal hat die Anzahl der Online-Ausschreibungen für Strom und Gas mit 400 ein Rekordniveau erreicht.
Im ersten Quartal des Vorjahres habe es lediglich 110 Ausschreibungen gegeben. Das aktuelle Preisniveau helfe mittelständischen Unternehmen, ihre Energiekosten für die Folgejahre zum Teil deutlich reduzieren, heißt es in einer Mitteilung von Enportal zu den Ursachen. /am


Als Partner der enPortal GmbH nutzen wir, die DOKO Energy, das Portal um Strom- und Gasausschreibungen für unsere Kunden durchzuführen.


Nutzen auch Sie die aktuellen Kosteneinsparpotentiale und sprechen uns an.



19.2.2020


Höhere Anforderungen beim Energiemanagement
Quelle: Energate 


Ab dem Stichtag 21. Februar kann das Energiemanagement von Betrieben nur noch nach der revidierten Norm DIN En Iso 50001 aus dem Jahr 2018 zertifiziert werden (ISO 50001:2018).

 
Unternehmen, die sich von der EEG-Umlage befreien lassen wollen, beziehungsweise eine Entlastung bei der Strom- und Energiesteuer anstreben, müssen sich nach dieser Norm zertifizieren lassen.


Spätestens bis zum 20. August 2021 müssen sie ihr Energiemanagementsystem auf die neue Norm umgestellt haben. Alte Zertifikate verlieren zu diesem Zeitpunkt ihre Gültigkeit.


Die revidierte Norm setzt höhere Anforderungen als ihre Vorgängerin. So wird eine "High Level Structure" zur Pflicht.

Damit werde beispielsweise für die personelle Betreuung des Energiemanagements sowie für den prozessualen Ablauf und Kerninhalte genaue Vorgaben gemacht. Zudem sind auch die Planungsanforderungen für die Sammlung von Energiedaten gestiegen. Unternehmen sollen damit besser belegen können, dass das Energiemanagement auch Früchte trägt. /sd



Januar 2020


Bundes-Klimaschutzgesetz ist in Kraft getreten
Quelle: Gebäudeenergieberater


Das Bundes-Klimaschutzgesetz (KSG) ist am 18. Dezember 2019, einen Tag nach seiner Verkündung im Bundesgesetzblatt, in Kraft getreten. Das Gesetz legt als Bestandteil des Klimapakets der Bundesregierung das nationale Klimaschutzziel für 2030, eine Verminderung der Treibhausgasemissionen um mindestens 55 % gegenüber dem Jahr 1990 fest.


Dazu schreibt das KSG zum ersten Mal verbindlich vor, wie viel Treibhausgas, umgerechnet als CO2-Äquivalent, jeder Bereich in jedem Jahr ausstoßen darf und legt damit jährliche Minderungspflichten für die Sektoren Energie, Industrie, Verkehr, Gebäude, Landwirtschaft und Abfall bis zum Jahr 2030 fest. Ein Überprüfungs- und Nachsteuerungsmechanismus verpflichtet bei Zielverfehlung zur Auflage eines Sofortprogramms mit Maßnahmen, die den jeweiligen Sektor wieder auf Kurs bringen.



Januar 2020


Hohe Austauschprämie nicht nur für Öl-Heizung
Quelle: Gebäudeenergieberater


Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) sowie das Bundesamt für Wirtschaft und Ausführkontrolle (BAFA) haben das neue Marktanreizprogramm (MAP) bekanntgegeben. Bestandteil ist die im Klimapaket angekündigte Austauschprämie für Öl-Heizungen.


Die Austauschprämie für Öl-Heizungen kann über ein schlankes, vom BAFA administriertes Verfahren beantragt werden. Wer seine Öl-Heizung durch eine Heizung ersetzt, die vollständig mit erneuerbaren Energien betrieben wird – z.B. zu dieser MAP-Definition eine Wärmepumpe oder eine Biomasse-Anlage – kann einen Zuschuss in Höhe von 45 % der Investitionskosten erhalten.


Für Gas-Hybridheizung mit einem Erneuerbaren-Anteil von mindestens 25 % – z.B. über die Einbindung von Solarthermie – gibt es einen Investitionszuschuss von 40 %.


Das novellierte Marktanreizprogramm zur Förderung von Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien im Wärmemarkt sieht neben der Austauschprämie für Öl-Heizung weitere Verbesserungen vor: Auch für energieeffiziente und klimafreundliche Heizungen, die keine alte Ölheizung ersetzen, gibt es Investitionszuschüsse: 35 % für Heizungen, die vollständig mit erneuerbaren Energien betrieben werden, 30 % für Gas-Hybridheizungen mit einem Erneuerbaren-Anteil von mindestens 25 % und 20 % für Gas-Brennwertheizungen, die auf die spätere Einbindung erneuerbarer Energien vorbereitet sind.


Auch im Neubau werden thermische Solarkollektoranlagen, Biomasse-Anlagen und effiziente Wärmepumpenanlagen gefördert. Allerdings müssen die Anlagen hier anspruchsvollere Voraussetzungen als im Gebäudebestand erfüllen.


Achtung: Leer geht man aus, wenn die alte Heizung bereits der Austauschpflicht gemäß Energieeinsparverordnung § 10 EnEV unterliegt. Heizungsbetreiber sollten deshalb sorgfältig prüfen lassen, wann die Austauschpflicht greift, um nicht den Förderanspruch zu verlieren. Im künftigen Gebäudeenergiegesetz ist in § 72 eine anschließende Bestimmung vorgesehen.



Januar 2020


FAQ-Liste zu den Fragen zur Verbesserung der energiebezogenen Leistung (ebL) nach ISO 50001:2018
Quelle: DIN


Im Januar veröffentlichte der Arbeitsausschuss der DIN eine Liste mit Antworten zu den Fragen zur Verbesserung der energiebezogenen Leistung (ebL).

Als Kernelement der neuen ISO 50001:2018 kommen in der Praxis zur Verbesserung der energiebezogenen Leistung immer wieder Fragestellungen auf.

In der FAQ-Liste des DIN werden kurz und prägnant die häufigsten Fragen aus der Unternehmenspraxis beantwortet.


Weitere Fragen zum Thema Energiemanagementsysteme können Sie auch gerne an uns richten.



02.12.2019


Wichtig für Energieaudits: EDL-G-Novelle 2019 in Kraft getreten

Quelle: BFE Institut für Energie und Umwelt / DOKO-Energy

 

Die lange erwartete Änderung des Gesetzes über Energiedienstleistungen (EDL-G) ist zum 26. November 2019 in Kraft getreten. Das ist eine wichtige Nachricht für viele deutsche Firmen, denn aktuell stehen vielerorts die Wiederholungsaudits noch an.

 

Seit Montag, 25. November, ist es offiziell: An diesem Tag hat das Bundesgesetzblatt das Änderungsgesetz veröffentlicht. Unternehmen sollten mit drei wichtigen Änderungen vertraut sein.

 

1. Bagatellschwelle eingeführt

Betriebe mit einem Gesamtenergieverbrauch von höchstens 500.000 kWh können ab sofort ein vereinfachtes Energieaudit durchführen. Sie müssen dafür dem BAFA lediglich per Online-Erklärung mitteilen, wie hoch ihr Gesamtenergieverbrauch und ihre Energiekosten, jeweils pro Jahr und aufgeschlüsselt nach Energieträgern sind und dieses mit ausgewählten Basisdaten nachweisen. In diese Kategorie fallen rund 3.000 Unternehmen in Deutschland. Die Meldung muss spätestens zwei Monate nach dem Termin, an dem der Betrieb auditpflichtig wäre, beim BAFA eingehen.


2. Verpflichtende Online-Meldung über Energieaudits

Für auditpflichtige Unternehmen gilt: Spätestens zwei Monate nach Fertigstellung des Auditberichts müssen Unternehmen künftig eine Online-Meldung im BAFA-Portal einstellen, die eine Reihe von Angaben enthält:

  • Unternehmen und Person, die das Energieaudit durchgeführt hat.
  • Gesamtenergieverbrauch in Kilowattstunden pro Jahr; unterteilt nach Energieträgern.
  • Energiekosten in Euro pro Jahr; ebenfalls unterteilt nach Energieträgern.
  • Identifizierte Maßnahmen; inklusive Investitionskosten, erwartete jährliche Energieeinsparungen in Kilowattstunden und in Euro.
  • Interne und externe Kosten des Energieaudits.

Der Energieauditor kann die Meldung in der Regel im Namen des Unternehmens abgeben.

  • Eine verlängerte Meldefrist gilt nach § 13 Abs. 2 für alle Unternehmen, die das Energieaudit bis zum 31.12.2019 abschließen. Diese haben für die Abgabe der Online-Meldung bis zum 31.03.2020 Zeit.
  • Unternehmen mit einem zertifizierten Energie- oder Umweltmanagementsystem müssen keine digitale Meldung abgeben.

 

3. Höhere Anforderungen an Energieauditoren

Für Energieauditoren gibt es jetzt eine Registrierungspflicht beim BAFA. Außerdem müssen sie ihre Ausbildung nachweisen und diese regelmäßig durch Fortbildungskurse auffrischen. Es empfiehlt sich für Firmen die Wahl eines erfahrenen Auditors.

 

Fazit

Insgesamt führen die Neuregelungen zu einigem Beratungsbedarf. Wer von der Bagatellregelung betroffen ist, muss die geforderten Informationen bereitstellen und fristgemäß melden. Zu zusätzlichem Aufwand führt künftig die verpflichtende Online-Meldung an das BAFA. Diese betrifft alle Firmen, die zur Durchführung eines Energieaudits verpflichtet sind.

 

Hinweis:

Für alle Unternehmen, die das Energieaudit vor dem 26.11.2019 abgeschlossen, gilt das alte EDL-G Gesetz mit Stand aus April 2015. Für diese Unternehmen ist noch keine Onlinemeldung erforderlich. Diese Audits müssen entsprechend die 4-jährige Wiederholungs-Frist einhalten.

  

Zertifizierte Auditoren aus unserem Unternehmen stehen Ihnen gerne zur Verfügung.

 


15.11.2019


Bundestag beschließt Klimapaket

Quelle: Süddeutsche Zeitung

 

CO₂-Preis, Pendlerpauschale, Flugtickets: Damit soll erreicht werden, dass Deutschland 2030 das Klimaziel erreicht. Die wichtigsten Punkte im Überblick:


Der Deutsche Bundestag hat das umstrittene Klimapaket trotz deutlicher Kritik aus der Opposition beschlossen. Damit soll sichergestellt werden, dass Deutschland bis 2030 sein Klimaziel erreicht und 55 Prozent der Treibhausgase im Vergleich zu 1990 einspart. Die Mehrheit der Regierungsfraktionen aus Union und SPD stimmte dafür, die Opposition dagegen. Das Klimakabinett und die Spitzen von Union und SPD hatten die Eckpunkte des Klimaschutzprogramms 2030 vor nicht einmal zwei Monaten beschlossen. Opposition und Fachverbände kritisierten, dass sie so wenig Zeit hatten, die Entwürfe anzuschauen und zu kommentieren.

 

Noch in diesem Jahr soll das Paket den Bundesrat passieren. Vor allem die Grünen in ihren neun Landesregierungen, aber auch andere Länder haben Wünsche angemeldet.

  

Die wichtigsten Punkte des Klimapakets im Überblick:

 

Von 2021 an müssen Unternehmen, die Diesel und Benzin, Heizöl und Erdgas in Deutschland in Verkehr bringen, Verschmutzungsrechte nachweisen für die Menge Treibhausgase, die daraus entsteht. Der CO₂-Preis soll fossile Heiz- und Kraftstoffe verteuern, damit Bürger und Industrie klimafreundliche Technologien kaufen und entwickeln. 2021 kostet das die wohl mehr als 4000 betroffenen Unternehmen erst mal nur zehn Euro pro Tonne CO₂, der Preis steigt bis 2025 nach und nach auf 35 Euro. Von 2026 an sollen ein Stück weit Angebot und Nachfrage den Preis bestimmen, aber zunächst mit einer Obergrenze von 60 Euro. 35 Euro pro Tonne würde zum Beispiel bedeuten, dass Diesel und Heizöl um etwa elf Cent pro Liter teurer würden, Benzin um nicht ganz zehn Cent. Den Einstieg von zehn Euro kritisieren Fachleute als zu gering, er habe gar keine Lenkungswirkung.

 

Die Steuern auf Flugtickets steigen zum April 2020. Fliegen ist besonders klimaschädlich. Die Luftverkehrsteuer für Flüge im Inland und in EU-Staaten wird um mehr als fünf Euro auf 13,03 Euro pro Ticket, für längere Flüge bis 6000 Kilometer um knapp zehn Euro auf 33,01 Euro angehoben. Bei noch weiteren Flügen sollen 59,43 Euro fällig werden, etwa 18 Euro mehr als bislang. Airlines schlagen diese Steuer wohl zumindest teilweise auf die Flugpreise auf.

 

Um auszugleichen, dass Diesel und Benzin über den CO₂-Preis teurer werden, steigt die Pendlerpauschale für längere Strecken für fünf Jahre. Vom 21. Kilometer an dürfen Pendler statt 30 dann 35 Cent pro Kilometer pro Arbeitstag von den zu versteuernden Einkünften abziehen, aber nur für die einfache Entfernung. Wer wenig verdient und keine Steuern zahlt, kann über eine Mobilitätsprämie das Geld aufs Konto überwiesen bekommen.

 

Gebäudesanierung wird gefördert: Wer in seiner Eigentumswohnung oder in seinem Haus Wände, Decken oder Dach dämmt, Fenster, Türen, Lüftungen oder Heizung erneuert, soll von 2020 an über drei Jahre steuerlich gefördert werden.

Das gilt auch für den Einbau digitaler Anlagen zum Energiesparen. Die Immobilie muss dafür älter als zehn Jahre sein, die Fördermöglichkeit soll zunächst auch zehn Jahre bestehen. Vorgesehen ist, dass 20 Prozent der Kosten und maximal insgesamt 40 000 Euro je Haus oder Wohnung über drei Jahre verteilt von der Steuerschuld abgezogen werden können.

 

Über die Möglichkeit, mehr Grundsteuer zu verlangen, sollen Gemeinden stärker von Windkraftanlagen profitieren. Das soll die Akzeptanz für die Windräder bei Anwohnern erhöhen.

 

Im Klimaschutzgesetz, das Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) als das "Herzstück" der Klimabeschlüsse feiert, wird für die einzelnen Bereiche wie Verkehr, Landwirtschaft oder Gebäude festgelegt, wie viel CO₂ sie in welchem Jahr ausstoßen dürfen. Wenn ein Bereich die Vorgaben reißt, muss der zuständige Minister ein Sofortprogramm vorlegen, die Bundesregierung muss nachsteuern.



08.07.2019


Bundestag stimmt für Vereinfachung und Weiterentwicklung der verpflichtenden Energieaudits

Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, 02.07.2019

 

Der Bundestag hat in seiner Sitzung am 27. Juni die Änderung des Gesetzes über Energiedienstleistungen und andere Energieeffizienzmaßnahmen beschlossen, die zur Entlastung zahlreicher Unternehmen führen wird.


Mit dem Änderungsgesetz werden die Regelungen zur verpflichtenden Durchführung von Energieaudits angepasst. Die Erfahrungen aus der ersten Energieauditrunde 2015 haben gezeigt, dass es an einigen Stellen Bedarf für eine Weiterentwicklung und Vereinfachung gibt. Die Novelle umfasst drei zentrale Änderungen:

 

Bagatellschwelle entlastet Unternehmen mit geringem Energieverbrauch

Erstens werden betroffene Unternehmen (sog. „Nicht-KMU“) mit einem geringem Energieverbrauch durch die Einführung einer Bagatellschwelle entlastet. Energieauditpflichtige Unternehmen mit einem Gesamtenergieverbrauch über alle Energieträger hinweg von 500.000 kWh oder weniger im Jahr müssen statt eines vollumfänglichen Energieaudits lediglich ausgewählte Basisdaten zu ihrem Energieverbrauch und ihren Energiekosten über eine Onlinemaske an das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) melden. Im Gegenzug erhalten die Unternehmen Informationen zu Einsparmöglichkeiten und Förderprogrammen zur Steigerung der Energieeffizienz. Das entlastet rund 3.500 Unternehmen und reduziert den Erfüllungsaufwand für die Wirtschaft insgesamt um mehr als 5 Millionen Euro.

 

Zweitens soll die Qualität der Energieaudits und damit die Entscheidungsgrundlage für Unternehmen in Bezug auf Energieeffizienzinvestitionen durch eine regelmäßige Fortbildungspflicht für Energieauditoren verbessert werden.

Inhalt und Turnus werden hierbei an bewährte Regelungen aus der Praxis der Energieberatung für KMU anknüpfen. Für die Erfüllung der Fortbildungsanforderungen sieht der Gesetzesentwurf eine großzügige Übergangsfrist von drei Jahren ab Inkrafttreten vor.

 

Großzügige Übergangsfrist zur Abgabe der Online-Meldung

Schließlich ist zur Verbesserung der Vollzugstransparenz die Einführung einer Online-Meldung auch für Unternehmen mit einem Energieverbrauch oberhalb der neuen Bagatellverbrauchsschwelle vorgesehen. Die Meldung beschränkt sich auf Eckdaten aus dem Energieauditbericht und kann in der Regel durch den Energieauditor im Namen des Unternehmens abgegeben werden. Die gemachten Angaben sind nicht öffentlich und dürfen keinem unbefugten Dritten zugänglich gemacht werden.Unternehmen und Energieauditoren können sich darauf verlassen, dass die Sicherheit ihrer Daten gewährleistet ist und höchste Priorität genießt. Die Meldung muss spätestens zwei Monate nach Fertigstellung über eine Onlinemaske beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle erfolgen. Für die Einführungsphase ist hierbei eine verlängerte Übergangsfrist vorgesehen: Alle Unternehmen, die ihr Energieaudit in dem Zeitraum zwischen Inkrafttreten der Gesetzesänderung und dem 31.12.2019 erbringen, haben für die Abgabe der Meldung bis zum 31.03.2020 Zeit.

 

Der Bundesrat wird am 20.9.2019 über die Änderungen beraten. Mit einem Inkrafttreten wird im Oktober gerechnet. Weitere Informationen stellt das BAFA bis zum Inkrafttreten auf seiner Internetseite zur Verfügung.